Weinheim – Weinheims Kulturausschuss hat in dieser Woche erste Einblicke in das Kulturprogramm 2027 bekommen und zugleich einen Rahmenplan für 2028 beraten. Das teilte die Stadt Weinheim mit. Kulturbüro-Leiter Tobias Schindler stellte das Programm vor. Die öffentliche Präsentation für alle Interessierten folgt am Donnerstag, 12. November um 17 Uhr, Treffpunkt ist der Bürgersaal des Alten Rathauses.
Die Resonanz im Ausschuss war nach Angaben der Stadt sehr positiv. Oberbürgermeister Michael Möslang bescheinigte dem Programm „eine wundervolle Vielfalt“. Er verwies auch auf den Nutzen für die Wirtschaft: Das Kulturangebot locke Menschen aus der Region nach Weinheim und helfe Gastronomie und Einzelhandel. Auf Nachfrage bestätigte Schindler, dass der Kulturetat 2027 ungefähr auf dem Niveau von 2024 liegt, dem Jahr vor den Heimattagen Baden-Württemberg.
Das Kulturjahr 2027
Zwei Jubiläen prägen laut Schindler das Jahr. Im April feiert das Land Baden-Württemberg Geburtstag, 75 Jahre nach seiner Gründung. Das landesweite Festwochenende begleitet Weinheim mit einem kleinen Festival, darunter eine Weinheimer Pop-Nacht mit jungen Künstlern der Mannheimer Pop-Akademie. Im September folgt zum 100. Geburtstag der Stadthalle ein Veranstaltungswochenende mit Festakt, Tanzabend und weiteren Veranstaltungen.
Die Stadthalle rückt auch beim Kultursommer 2027 stärker in den Mittelpunkt. Da der Schlosshof saniert werden soll, finden besonders publikumsstarke Veranstaltungen auf dem Parkplatz der Stadthalle statt. Der Kultursommer wandert außerdem durch Stadt- und Ortsteile. Am Blauen Hut im Schlosspark gibt es vor allem Angebote für Familien und Kinder.
Die Theatersaison beginnt mit einer Neu-Inszenierung des Klassikers „Im Westen nichts Neues“. Schauspieler Dominique Horwitz interpretiert in einem Solo-Stück Goethes Faust I. Vorgesehen sind außerdem Kammermusik, eine Fortsetzung der „Brüder Hirsch“, ein umfassendes Kinderprogramm und eine Techno-Party. Im Museum lesen wieder Profi-Schauspieler aus Klassikern.
Rahmenplan 2028
Der lange Vorlauf ist nötig, weil schon jetzt Verträge mit Künstlern geschlossen werden müssen. Der Rahmenplan sieht einen Etat von rund 290 000 Euro vor, bei erwarteten Einnahmen von etwa 90 000 Euro. Damit muss die Stadt rund 200 000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringen. Der Gemeinderat bekommt am 18. November einen Einblick in die Planungen.
- Theater: Unter „Weinheim macht Theater“ stehen acht Produktionen für die Stadthalle auf dem Plan, vom Schauspiel bis zum Musiktheater. Das Kulturbüro möchte enger mit den drei Landestheatern des Landes kooperieren und wünscht sich eine Aufführung mit Weinheimer Bezug. Dafür sind rund 80 000 Euro veranschlagt.
- Kinder und Jugendliche: Die KinderKulturKarte soll weiterlaufen. Damit können zweimal im Jahr je 80 Kinder zwischen vier und sechs Jahren mit ihren Eltern drei Aufführungen günstig besuchen. Dazu kommen ein großes Kindertheater vor Weihnachten und mehr Zusammenarbeit mit Schulen, vor allem mit Mittelstufenklassen.
- Kammermusik: Geplant sind sechs Konzerte und ein eigenes Konzert für Kinder.
- „Kultur vor Ort“: In mindestens vier Ortsteilen ist je eine Veranstaltung geplant, mit Theater und Popmusik sowie Angeboten für Erwachsene und junge Menschen. Vorgesehen sind 20 000 Euro.
- Kultursommer: Er soll 2028 im Schlosshof stattfinden, mit stärkerer Rolle für örtliche Künstler und Vereine. Hierfür hat man rund 50 000 Euro eingestellt.
- KinderKulturSommer: Nach der Premiere 2027 ist 2028 der zweite KinderKulturSommer am Blauen Hut vorgesehen, drei Tage lang.
- „Studiobühne – Die junge Bühne“: Fünf Konzerte mit Nachwuchskünstlern aus der Region und darüber hinaus.
- Neue Formate zu gesellschaftlichen Themen: 25 000 Euro sind vorgesehen.
Sommertagszug und Martinsumzüge bleiben feste Bestandteile des Kulturkalenders. Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat klar, bei der Kultur nicht zu sparen.
Kurzfassung
- Öffentliche Präsentation des Programms 2027: Donnerstag, 12. November, 17 Uhr, Bürgersaal des Alten Rathauses
- Einblick für den Gemeinderat: 18. November
Bewertung
Dass das Kulturbüro früh plant, ist nachvollziehbar. Die Kinderangebote und der Blick in die Ortsteile sprechen viele Gruppen an. Offen bleibt, wie sich die Sanierung des Schlosshofs auf den Kultursommer auswirkt. Die Mitteilung nennt dazu keine Details.
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