Nagold – Wie erlebten die Menschen in Nagold die Diktatur der Nationalsozialisten? Mit dieser Frage befasst sich ein Vortrag am Freitag, 13. November, im KUBUS Nagold, zu dem die Stadt einlädt, wie sie mitteilte. Der Vortrag trägt den Titel „Die Diktatur vor Ort. Nagold im Nationalsozialismus (1933–1939)“.
Referent ist Dr. Marcel vom Lehn. Die Geschichte des Nationalsozialismus in Nagold samt seinen Teilorten ist das Forschungsthema des Berliner Historikers. Er will zeigen, wie unterschiedlich die Menschen die Herrschaft der Nationalsozialisten erlebten.
Nach Angaben der Stadt zeigte sich die Diktatur in Nagold von Beginn an mit Gewalt. Betroffen waren Demokraten, Kommunisten und Juden, die verfolgt, eingesperrt und geschlagen wurden; auch Menschen mit Behinderungen wurden zwangsweise sterilisiert. Zugleich fand das Regime bei einem großen Teil der Bevölkerung Zustimmung: Die NSDAP erzielte in Nagold bei der Wahl im März 1933, der letzten weitgehend freien, fast 62 Prozent.
Vom Lehn geht deshalb einem scheinbaren Widerspruch nach. Warum hießen viele Nagolderinnen und Nagolder die Diktatur willkommen, obwohl Gewalt und Verfolgung vor ihren Augen geschahen und die wachsende Militarisierung einen neuen Krieg ahnen ließ? Außerdem richtet er den Blick auf jene, die nicht zur nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ gehören wollten oder gehören durften. Zudem fragt er, welche Folgen die Zustimmung der Mehrheit für die Ausgegrenzten und Verfolgten hatte.
Kurzfassung
- Termin: Freitag, 13. November
- Ort: KUBUS Nagold
- Eintritt: frei
- Anmeldung: Die Stadt bittet zur besseren Planung um eine Anmeldung per E-Mail an kultur(at)nagold.de
Bewertung
Der Vortrag setzt auf den lokalen Blick: Er behandelt die NS-Zeit in Nagold und seinen Teilorten. Gerade die Frage, wie Zustimmung und Verfolgung nebeneinander möglich waren, dürfte unbequem sein und lohnt die Auseinandersetzung. Der freie Eintritt senkt die Hürde für alle Interessierten.
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