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Umwelt & Verkehr

Nagold: Winterdienst des Baubetriebshofs beginnt am 16. November 2026

Nagold – Der Winterdienst in Nagold startet offiziell am 16. November 2026. Das teilte die Stadt Nagold mit. Am Freitag davor werden alle Mitarbeiter des Baubetriebshofs in einer Winterdienstunterweisung auf den neuesten Stand gebracht. Dann stehen nach Angaben der Stadt gewartete Räum- und Streufahrzeuge bereit.

Vorbereitung und Vorräte

Schon vor dem ersten Schnee prüft der Baubetriebshof Fahrzeuge und Streutechnik, legt Einsatzstrecken fest und organisiert die Bereitschaftsdienste. Die Einsatzleitung beobachtet das Wetter und wertet Glätteprognosen aus. Als besonders kritisch gelten überfrierende Nässe, Schneefall und Temperaturschwankungen. Bereits bei überfrierender Nässe steigt das Unfallrisiko. Deshalb sind die Bereitschaftsleiter früh morgens unterwegs, prüfen Brücken und Straßen und starten bei Bedarf die Einsätze.

Im Lager des Baubetriebshofs liegen rund 300 Tonnen Streusalz, 10 Tonnen Splitt und 24 Tonnen Sackware. Weitere 500 Tonnen Salz kann der Betrieb kurzfristig beim Lieferanten abrufen. 32 städtische Mitarbeiter sind in Bereitschaft, bei Bedarf fahren sie auch rund um die Uhr.

Personal und Strecken

In jeder Schicht sind 16 Mitarbeiter eingesetzt. Das Team arbeitet in zwei Schichten und wechselt im Wochenrhythmus mit der Rufbereitschaft ab, die täglich von 5 Uhr bis 20 Uhr geht. Jedem Mitarbeiter ist eine eigene Strecke zugeteilt, entweder mit dem Einsatzfahrzeug oder zu Fuß. Insgesamt deckt der Winterdienst in Nagold und den Stadtteilen rund 200 Kilometer ab. Alarmiert wird im Einsatzfall vom Bereitschaftsführer.

Der Winterdienst arbeitet nach Dringlichkeitsstufen. Vorrang haben verkehrswichtige Straßen, Busstrecken, wichtige Kreuzungen und gefährdete Abschnitte. Danach folgen Nebenstraßen und Wohngebiete. Gehwege und Parkhäuser werden so weit wie möglich gestreut, mehrere Mitarbeiter übernehmen Handstrecken, etwa an Bushaltestellen. Bei starkem Schneefall konzentriert sich der Dienst auf verkehrswichtige Straßen, Brücken und Kreuzungsbereiche. Thomas Rechenberg, Leiter des Baubetriebshofs, sagte dazu: „Dennoch bitten wir um Verständnis, dass wir uns bei starkem Schneefall auf verkehrswichtige Straßen und Brücken und Kreuzungsbereiche konzentrieren müssen.“

Streusalz oder Sole auszubringen, geht schnell. Muss mit dem Pflug geräumt werden, dauert es deutlich länger, weil die Fahrzeuge langsamer fahren. Parkende Autos am Straßenrand verlängern die Fahrzeiten zusätzlich. Die Räumfahrzeuge sind drei Meter breit, in Wohngebieten gibt es deshalb häufig Platzprobleme. Rechenberg bittet Anwohner: „Lassen Sie beim Parken keinen großen Abstand zum Gehweg, sonst kommen wir nicht durch und können die Straße nicht räumen.“

Technik und Digitalisierung

Im Einsatz sind drei Lkws, drei Unimogs beziehungsweise Trägerfahrzeuge Lindner, mehrere Traktoren und Handstreuer. Die elektronisch gesteuerte Feuchtsalz-Streutechnik dosiert genau und erlaubt vorbeugendes Streuen. Das Streugut soll möglichst auf der Straße landen und nicht im Straßengraben. Laut Mitteilung wird mit einem Mischverhältnis von einem Esslöffel Salz pro Quadratmeter gestreut, das schone die Umwelt.

25 Fahrzeuge des Baubetriebshofs haben inzwischen ein GPS-System. Die Aufzeichnungen bieten in erster Linie rechtliche Sicherheit. Das System soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Die Öffentlichkeit soll dann nachvollziehbar, aber nicht in Echtzeit das Wintergeschehen verfolgen können. Rechenberg will damit erreichen, dass Bürger sehen können, welche Strecken geräumt werden und welche nicht. Außerhalb der Stadtgrenzen ist die Straßenmeisterei des Landkreises Calw für den Winterdienst zuständig.

Splitt und Pflichten der Anlieger

Den Splitteinsatz will das Team möglichst gering halten. Rechenberg sagte, die kleinen Steine müssten mühevoll von der Kehrmaschine wieder aufgekehrt werden, und die Entsorgungskosten seien immens, da das Material als Sondermüll gelte. Wiederverwenden lasse es sich nicht, weil die Steine nach einmaligem Ausbringen zu stark abgefahren seien. Für den Hausgebrauch bleibt Streugut möglich, kleinere Mengen gibt es ab sofort beim Bauhof.

Der kommunale Winterdienst erfüllt auf Straßen, öffentlichen Plätzen und Gehwegen seine gesetzliche Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht. Vor der eigenen Tür sorgen Grundstücks- und Hauseigentümer, Mieter oder Pächter dafür, dass niemand ins Rutschen kommt. Das regelt die Räum- und Streupflichtsatzung. Private Grundstücksflächen räumt und streut der städtische Winterdienst grundsätzlich nicht. Trotz Winterdienst kann es zu Behinderungen kommen. Autofahrer sollen ihre Geschwindigkeit anpassen, möglichst geräumte Straßen nutzen und Winterdienstfahrzeuge durchlassen. Bei winterlichen Verhältnissen sind Winterreifen oder Ganzjahresreifen Pflicht.

Kurzfassung

  • Beginn des Winterdienstes: 16. November 2026
  • Winterdienstunterweisung: am Freitag davor
  • Rufbereitschaft: täglich 5 Uhr bis 20 Uhr
  • Flyer zur Räum- und Streupflicht: über die Webseite, die Infotheke im Rathaus oder direkt beim Baubetriebshof
  • Streugut für den Hausgebrauch: kleinere Mengen ab sofort beim Bauhof abholbar

Bewertung

Besonders nützlich ist die klare Aussage, wer wo zuständig ist: Die Mitteilung macht deutlich, dass für die nach der Satzung zugewiesenen Gehwege und Flächen die jeweils Verpflichteten zuständig sind. Die Bitte ums Parken ist nachvollziehbar und leicht umzusetzen. Das geplante Wintergeschehen-Angebot im Netz klingt vielversprechend, einen Termin nennt die Mitteilung dafür aber nicht.

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Symbolbild: Nagold · Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

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