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Kultur & Freizeit

Weinheim plant Kulturprogramm 2028 und prüft Theater-Kooperation

Weinheim – Die Stadt Weinheim will auch 2028 ein breites Kulturangebot machen und dabei vor allem junge Menschen und die Ortsteile stärker einbinden. Das teilte die Stadt Weinheim mit. Am Mittwoch, dem 4. November, befasst sich der Ausschuss für Freizeit, Kultur und Sport in öffentlicher Sitzung mit den Plänen des Kulturbüros. Am 18. November liegt der Rahmenplan Veranstaltungen dem Gemeinderat vor. Die frühe Befassung soll es ermöglichen, rechtzeitig Verträge mit Künstlern und Veranstaltern zu schließen.

Der Plan sieht einen Aufwand von rund 290 000 Euro vor, erwartet werden Einnahmen von etwa 90 000 Euro. Die Stadt müsste demnach rund 200 000 Euro zuschießen.

Theater und Kinderkultur

Die Reihe „Weinheim macht Theater“ umfasst acht Inszenierungen, die in der Stadthalle laufen sollen, von klassischem Schauspiel bis Musiktheater. Das Kulturbüro will enger mit den drei baden-württembergischen Landestheatern zusammenarbeiten. Zudem soll ein Stück mit Weinheimer Bezug zur Aufführung kommen, das aus der Stadt selbst heraus entwickelt wird. Für die Reihe sind rund 80 000 Euro vorgesehen.

Kinder und Jugendliche sollen früh für Kultur gewonnen werden. Die KinderKulturKarte wird fortgesetzt: Zweimal im Jahr können jeweils 80 Kinder zwischen vier und sechs Jahren mit ihren Eltern zu einem günstigen Preis drei verschiedene Aufführungen besuchen. In der Vorweihnachtszeit gibt es wieder ein großes Kindertheater für Schulklassen und Familien. Die Zusammenarbeit mit Schulen soll wachsen, besonders mit Mittelstufenklassen.

Nach der für 2027 geplanten Premiere folgt 2028 der zweite KinderKulturSommer auf dem Platz am Blauen Hut. An drei Tagen sollen dort die jüngsten Gäste ein eigenes Kulturangebot bekommen.

Musik, Ortsteile und Schlosshof

Geplant sind sechs Kammermusikkonzerte. Moderationen, Erläuterungen und eine passende Programmauswahl sollen neues Publikum anziehen, ohne das Stammpublikum zu verlieren. Ein Kammermusikkonzert für Kinder kommt dazu. Die Reihe „Studiobühne – Die junge Bühne“ bietet fünf Konzerte, bei denen Nachwuchskünstler aus der Region und darüber hinaus auftreten.

„Kultur vor Ort“ heißt das Vorhaben des Kulturbüros, in wenigstens vier Ortsteilen je einen Termin anzubieten, darunter Theater und Popmusik, für Erwachsene und junge Leute. Vorgesehen sind dafür 20 000 Euro.

Der Kultursommer im Schlosshof findet 2028 wieder statt, mit neuer Gewichtung: Örtliche Künstler, Vereine und andere Akteure sollen das Programm noch stärker prägen. Vorgesehen sind dafür rund 50 000 Euro.

Für neue Formate stehen 25 000 Euro bereit. Sie sollen gesellschaftlich aktuelle Themen behandeln, Anregungen aus der Bevölkerung aufgreifen und Gruppen erreichen, die bisher kaum angesprochen wurden. Die Konzepte sollen schon im Lauf des Jahres 2027 entstehen. Sommertagszug und Martinsumzüge bleiben fester Teil des Kulturkalenders, ebenso die eintrittsfreien Lesungen mit professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern, die vor allem bei älterem Publikum gut ankommen.

Kooperation mit dem Landestheater

Auf der Tagesordnung steht außerdem die Frage einer dauerhaften Kooperation mit dem Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen (LTT). Das vom Land geförderte Theater bietet einen Kooperationsvertrag mit mindestens drei Jahren Laufzeit an. Pro Jahr müsste Weinheim mindestens drei LTT-Produktionen abnehmen, wobei mindestens eine davon eine Abendvorstellung sein soll. Dafür gewährt das Theater im ersten Jahr 25 Prozent Rabatt auf die Gagen, ab dem zweiten Jahr 20 Prozent. Wer weitere Gastspiele bucht, erhält noch höhere Nachlässe.

Für drei Produktionen kalkuliert die Stadt mit Kosten von etwa 8.000 Euro pro Jahr. Gespart wird nach ihren Angaben auch durch kürzere Anfahrtswege, weniger Übernachtungen und weniger zusätzliches technisches Personal. Die Kooperation könnte schon ab 2027 gelten.

Kurzfassung

  • Öffentlich tagt der Ausschuss für Freizeit, Kultur und Sport am Mittwoch, 4. November
  • Gemeinderat: Rahmenplan Veranstaltungen am 18. November
  • Kosten: Aufwand rund 290 000 Euro, erwartete Einnahmen etwa 90 000 Euro, städtischer Finanzierungsbedarf rund 200 000 Euro

Bewertung

Das Programm setzt auf Bewährtes und öffnet sich vorsichtig für Neues. Positiv ist, dass die Ortsteile und örtliche Akteure mehr Gewicht bekommen. Offen bleibt, wie die neuen Formate aussehen sollen, denn die Konzepte entstehen erst noch. Beim LTT-Vertrag lohnt der Blick darauf, wie viel Spielraum die Stadt bei der Auswahl der Stücke behält.

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Symbolbild: Weinheim · Foto: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

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