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Umwelt & Verkehr

Ettlingen: Albflow-Trail in der Lehmgrube am Hellberg eröffnet

Ettlingen – Am Ettlinger Hellberg gibt es einen neuen offiziellen Mountainbike-Trail: den Albflow in der früheren Lehmgrube, in der einst Lehm abgebaut wurde. Er ist der erste von zwei neuen offiziellen MTB-Trails dort und ist bereits entstanden. Damit haben nach Angaben der Stadt Ettlingen beide Hausberge der Stadt Strecken für Mountainbiker. Die Stadt teilte mit, dass der Trail bei der Eröffnung am Donnerstag vorgestellt wurde. Die Bike-Community kam dazu zahlreich.

Gebaut haben den Trail Mitglieder des Mountainbike Clubs Karlsruhe, in mehr als 2000 Stunden Handarbeit. Der Club hat auch den Strommasten-Trail angelegt und pflegt ihn. Vorsitzender Holger Fenske sagte, in der Satzung des Clubs sei der Naturschutz verankert, das bedeute Achtung vor der Natur und dem Wald. Bevor überhaupt gegraben werden durfte, musste ein Gutachten her, für das allein 4 500 Euro anfielen. Es ergab, dass es dort die seltene Zwerg- und Mückenfledermaus gibt. Die Jugend des Clubs befreite den Waldboden zunächst von Müll, darunter Bierflaschen der Huttenkreuz-Brauerei. Danach begann der Bau.

Baubürgermeister Dr. Moritz Heidecker sagte launig: „hier freue ich mich, dass es bergab geht“. Das Angebot solle noch erweitert werden. Am Hellberg sei mit dem GATE, dem Schützenverein und nun der Lehmgrube ein sportliches Eck entstanden. Beim Blick auf die Vereinstrikots sagte er, eigentlich müsse dort der Name Ettlingen stehen, denn die Stadt stelle den Mountainbikern so viel Platz zur Verfügung. Josef Offele, Vorsitzender der Bürgerstiftung Ettlingen, sagte: „wir haben gute Erfahrungen mit dem Club gemacht“. Auch die Maibike und der Pumptrack kamen bei ihm zur Sprache. Aus der Hans-Peter-Kast-Stiftung kamen 25 000 Euro für den Trail.

Christoph Neher vom Club dankte für die Geduld und sagte: „wir brauchen Regen, damit der geplanten Endurotrail gebaut werden kann. Der Untergrund zerbröselt“. Dem Leiter der Forstabteilung, Joachim Lauinger, dankte er für die Zusammenarbeit, ebenso den Sponsoren. Dennoch fehlt Geld: Das ganze Projekt kostet 95 000 Euro, der Club benötigt noch gut 20 000 Euro. Für die Grabarbeiten braucht es Spezialunternehmen.

Nach dem Durchschneiden des Bandes starteten die ersten Fahrer. Am Ende der Abfahrt führen der geteerte Radweg oder ein schmaler Pfad wieder nach oben zum Albflowtrail. Die Rücksicht auf jene, die sich langsam herantasten, war bei allen zu sehen.

Kurzfassung

  • Ort: Lehmgrube am Hellberg, Ettlingen
  • Gesamtkosten des Projekts: 95 000 Euro
  • Noch benötigt: gut 20 000 Euro
  • Internet: www.mtb-karlsruhe.de

Gesamtbild

Am Hellberg entstehen laut Trailplan des Clubs zwei offizielle, legale Abfahrten, ein blauer und ein roter Trail. Der Albflowtrail startet an der oberen Startplattform und besteht aus den drei Segmenten Fünf-Finger-Halt, Mini Forest Jump und Achterbahn. Der Trail soll sich anfühlen wie ein Flowtrail, wie er in Bikeparks üblich ist.

Der Enduro-Trail startet ebenfalls an der oberen Startplattform und hat die Segmente Hohlweg, Forest Jump und Endurotraum. Gebaut wird er überwiegend von Hand und mit möglichst geringem Eingriff in die Natur.

Im Stadtwald Ettlingen, Gebiet Hellberg/Lehmgrube, entsteht nach Angaben des Clubs ein Trailpark. Ausgebaute, legale Trails gab es im Areal bislang nicht. Den Strommasten-Downhill hat der Club nach eigenen Angaben bereits 2015 gebaut. Er betreibt ihn ehrenamtlich.

Bewertung

Der Albflow zeigt, was ehrenamtlicher Einsatz leisten kann, wenn Stadt, Forst und Stiftungen mitziehen. Offen bleibt, wie die fehlende Summe zusammenkommt und ob der Endurotrail wie geplant gebaut werden kann. Wer den Trail nutzt, sollte die Rücksicht auf Langsamere beherzigen.

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Symbolbild: Ettlingen · Foto: Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

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